Ethno-Mode

Der Begriff „Ethno-Mode“ geistert wie ein Zauberwort durch die Mode-Journale und stößt auch größtes Interesse, nicht nur in der Damenwelt.

Auch die „Herren der Schöpfung“ versuchen sich zaghaft in dieser aktuellen Modelinie. „Ethno“ umfasst aber auch andere Bereiche wie Möbel ect., soll aber hier keine Rolle spielen.

Wenn man den Begriff „Ethno“ hinterfragt, erfährt man, dass er von dem Wort Ethnologie abgeleitet ist und einfach mit „Völkerkunde“ übersetzt werden kann.

Man hat es also bei diesem, besonders in 2009/ 2100 aktuellen Look mit Elementen der Mode anderer Länder unseres Erdballs zu tun.

An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen weitere Informationen zu diesem Look – mit seinen Auswirkungen beispielsweise auf  Kleider, Taschen, Schuhe, Jacken und Mäntel. Dazu mit Zusammenhängen, aus welcher Kultur Einflüsse stammen, ob Afrika, indianische Folklore oder Asien. Und natürlich mit Informationen über die Materialien: Leder, Stoffe oder spezielle Applikationen.

 Kleider in der Ethno-Mode

In der Kleidermode der Damenwelt wird das Fernweh zum Ausdruck gebracht, die Sehnsucht nach anderen Kulturen. Es sind besonders die landesüblichen Farben und Muster, die auf unsere Kleidung aus anderen Ländern übernommen werden. Sicherlich sind die so genannten Folklore-Elemente in der Mode nicht neu, jedoch werden sie in der gegenwärtigen Modegestaltung zum Trend.

Die Stilmöglichkeiten sind dabei äußerst breit gefächert. Es scheit, als seien die Modedesigner wieder einmal auf Weltreise gegangen. Diesmal haben sie sich wohl hauptsächlich auf dem „schwarzen Kontinent“ umgesehen, denn afrikanische Schnitte, wie der des Kaftans und Farben der afrikanischen Gewürze bilden die Grundlage des „Ethno-Looks“ in der gegenwärtigen Mode bei den Damen. Einzelne Elemente, die als Schmuck auf den Kleidern aufgebracht sind, in Holz, Leder oder anderen Naturfasern Afrikas, offenbaren den starken Hang der Damenkleider nach solchen Schmuckelementen.

Ethno-Teile werden mit klassischen Kleidmodellen zur Freude der Damenwelt kombiniert. Eine Tunika mit auffälligen Print, kombiniert mit einer klassischen Jeans wirkt genauso fremdländisch wie ein einfarbiges Tanktop mit einer reichhaltig geschmückten Jodphur-Hose. Perlen, Federn, Schnüre und Franzen vervollständigen den Look des Ethno und werden oft noch zusätzlich mit fremdländischen Accessoires ergänzt.
Schmucksteine geben diesem Modetrend oft noch den richtigen „Pfiff“ und verschaffen der Trägerin das nötige Selbstbewusstsein in ihrem öffentlichen Auftreten. Auch in der Herrenmode werden, vielleicht ein wenig zaghaft noch, solche schmückenden Ethno-Elemente angewandt.

Taschen in der Ethno-Mode

Auch oder vielleicht sogar besonders bei den Taschen spielt der Ethno-Look eine herausragende Rolle. Taschen sollen möglichst farbenfroh und vielleicht ein wenig verspielt sein. Die Gepflogenheiten der Mode aus anderen Ländern geben hierfür eine breite Palette an sehr guten Anregungen.

Eine Tasche soll heute mehr sein als bloßer Stauraum für Schlüssel, Handy oder Portemonnaie. Die Taschen gehören zu den Accessoires, die das Outfit der Trägerin oder auch des Trägers vervollständigen. Deshalb ist der Ethno-Look ohne entsprechende Taschengestaltung wohl kaum denkbar. Ob kleine Taschen, ob große Taschen – sie sind ohne Fellbesatz, ohne Glitzersteine oder ohne Nieten im Ethno-Look kaum mehr denkbar. Taschen werden so in der gegenwärtigen Mode zum dekorativen „Must-Have“ und wer die in diesem Sinne gestaltete Tasche nicht hat, hinterlässt einen unvollständigen Ethno-Eindruck. Wer will sich das schon gern nachsagen lassen?

In der Wintermode 2009/ 2010 soll die Tasche vor allem farbenfroh und auffällig sein. Die Tasche macht den Look erst komplett und wird so zum richtigen Schmuckstück. Das neue Styling kann erst mit der entsprechend gestalteten Tasche voll ausgelebt werden. Die Tasche ist es vor allem, die die modischen Akzente setzt.

Modedesigner bemühen sich, einander übertreffend, darum, die Taschen Phantasiereich und schmuckvoll wie nie zuvor zu gestalten. Die Taschen sollen funkeln und glitzern, sie werden nach allen Regeln der Kunst verziert, gezogen, gerafft und mit allem Möglichen besetzt. Man findet Pailletten, Perlen, Schüre und Broschen. Längst bekannte und bewährte Materialien wie Leder, Samt oder Gobelin werden mit neuen Formen und neuen Farben umgesetzt, es wird gepatchworkt und gelöchert verarbeitet und so wieder modern gestaltet. Es wird viel auf Einsatz von Naturmaterialien gesetzt und auch in der vielfältigen Farbgestaltung spiele die Naturmaterialien der verschiedensten Völker eine wesentliche Rolle. Olive und Schlamm, Erde und Petrol verkörpern der Ethno-Look. Maisgelb, Kürbis und warmes Grün werden zu Modefarben unserer Taschen.

Schuhe in der Ethno-Mode

Um die Schuh-Mode macht der Ethno-Look keineswegs einen Bogen – im Gegenteil: die Schuhmesse in Düsseldorf zeigte klar und deutlich, das die Fußbekleidung im Jahre 2010 viele Elemente aus fremden Kulturen für unsere Schuh-Designer Maßstab ihrer kreativen Entwurfsarbeit sind.

Ballerinas, Mokkasins, Wedges und Sandalen werden im Sommer 2010 den Schuhmode-Trend bestimmen. Das kann auch nicht anders sein, wenn sich die gesamte Modeindustrie auf den Ethno-Look einstellt. Nur das Durchdringen aller Modezweige und die Abstimmung aufeinander bringt den beabsichtigten internationalen Trend unserer Mode zum Erfolg. Ethno-Look in der Oberbekleidung (wie beispielsweise bei Pullis), bei den Schuhen und Taschen sowie bei den Accessoires unterstreicht den beabsichtigten Mode-Trend. Die Farben verhalten sich wie bei der Oberbekleidung und den Taschen – die Schuhe werden farbenfreudig, aber eben angepasst solchen Farbtönen wie Olive, Kürbis, verschiedensten Erdfarben und grünen Naturfarben. Andererseits wird mit Metallic-Effekten genauso gespielt, wie mit Neon-Effekten.

Man findet braune Holzpandoletten mit und ohne Schnallen ebenso wie Open-Ankle-Sandaletten und solche mit großen Schmucksteinen besetzte im echten Folklorestil. Das Extrem dazu können Wildleder-Wedges im knalligen Rot oder Flamingo-pink sein oder schlicht-elegante zweifarbige Holzsandaletten mit Lederriemen. Es gibt geflochtene Kunstwerke aus Leder oder Naturmaterialien bei den Schuhen mit Schnallen und Ösen, der Phantasie bei der Gestaltung der Absätze sind kaum Grenzen gesetzt.

Die Römer-Sandalen werden kühn variiert, bis über die Waden reichend und in auffallenden Farben zum Blickfang. Seglerschuhe in farblich interessantem Dekor, Streifen-Espandrillos und verschiedenfarbige Wildlederslipper kennen keine Grenzen in ihrer Gestaltungsvielfalt. Selbst bei den Gummistiefeln sind alle Farben vertreten, je greller und bunter, desto besser. Sie werden mit Gold- oder Silbernieten reich verziert. Der Gummistiefel wird zum Fest der Lebens- ind Farbenfreude – wer hätte das gedacht?

Bei den Schuhverschlüssen findet man Riemen, über Ösen gebunden oder einfach geschürt, effektvoll um die Beine gebunden sowie mit geflochtenen und gedrehten Schüren aus Stoff und Riemchen aus Leder verschlossen.

Besonders augenfällig sind die Sandaletten mit Schaft, entweder den gesamten Vorderfuß oder nur die Zehen freilassend und kühn gestalteten
Nietenschnallen in, der Natur entlehnten, interessanten Farben. Auch quitschbunte Stoffschuhe sind in.

Ein Trend jenseits der Mode besteht darin, dass immer mehr Kundinnen ihre Schuhe online kaufen. Vor Jahren war dies noch unvorstellbar, doch wird dieses Thema durch starke Medienpräsenz wie beispielsweise durch die Zalando-Werbespots transportiert und hat überraschenderweise die Verbraucher erreicht. Unterstützt durch Werbemaßnahmen wie Gutscheinaktionen hat hier der klassische Versandhandel von Mode neuen Auftrieb erhalten – nur eben nicht auf Katalog- sondern Internetbasis. Auch dies eine spannende Entwicklung.

Jacken und Mäntel in der Ethno-Mode

Die Jacken und Mäntel im Ethno-Look sind charakterisiert durch emotionalen und spannungsvollen Material- und Farbmix. Das Styling ist individuell gestaltet und jedes Thema kann mit einem anderen kombiniert werden. Weiche Strukturen und schmale Silhouetten kontrastieren mit körperumspielenden Formen. Der Stoffmix ist vielfältig und umfasst unter anderem Fell und Leder genauso wie Stoff, Fein- oder Grobstrick und Natur-Materialien, z.B. Leinen oder Jeans-Stoff und Jacquards.

Das Dekor der Jacken und Mäntel steht für Reichtum und Noblesse, aber auch für Sportlichkeit und Tageslook.

In den Farben bei Jacken und Mäntel dominieren ebenso wie bei den anderen Kleidungsstücken natürliche Farben aus verschiedensten Ländern, die der Umgebung der Menschen und der Natur entlehnt sind. Man findet aber auch Farben wie Ziegelsteinbraun oder Zinnoberrot, Olivgrün oder Erdbraun.

Verzierungen sind ebenso angesagt wie in der Kleidermode und werden charakterisiert durch Ziersteppungen, kühne, aufgesetzte Taschenformen, Patchwork-Verzierungen, reicher Stickerei, Fell oder Webpelz.

Die Kragenformen sind vielfältig, mit oder ohne Reißverschluss, mit Schnallen, Riegeln oder Knöpfen.

In den Formen wird Vieles aus fernen Ländern angeregt und von den hiesigen Designern übernommen. Da sind leichte Asymmetrien zu finden, längere und kürzere Mäntel, Oudtoorjacken, Rundhalsjacken in längerer oder kürzerer Form, Westen und Jacken aus Lammfell oder Lammfellimitaten – kurzum die ganze breite Palette die eine folkloristische Gestaltung bietet. Blousons werden angeboten und auch Bolerojacken. Wir finden die Parka mit den verschiedensten Effekten und funktionellen Aspekten. Zahlreich sind hier die Taschen, offen und versteckt, mit und ohne Reißverschluss. Die Balser sind im Ethno-Look gestaltet und werden durch verschiedenste Accessoires folkloristisch verziert.

Ebenso vielfältig sind auch hier die Verzierungen. Jacken vor allem, aber auch Mäntel überraschen mit reicher folkloristischer Stickerei. Bei den Farben finden wir Eisblau, Marmor-Grau, Quarz-Rosé, aber auch Pfeffer und Salz sowie pastellige Chlorits. Jacken aus gekochter Wolle sind ebenso im Angebot wie Nylonjacken mit Fellkragen.